200 Tage nach dem Tsunami
Bonn. Sieben Monate nach der verheerenden Flutkatastrophe in Süd- und Südostasien, die durch ein schweres Erdbeben auf dem Meeresgrund ausgelöst wurde, ist das THW noch immer vor Ort im Einsatz. Nach den sofortigen Hilfsmaßnahmen leistet die Bundesanstalt derzeit nachhaltige Wiederaufbauhilfe in den betroffenen Gebieten.
In Indonesien und Sri Lanka haben Projektteams des THW seit Januar die Arbeit aufgenommen, um im Auftrag des Bundesinnenministeriums nachhaltige Hilfe dorthin zu bringen, wo sie dringend benötigt wird.
Die finanziellen Mittel zur Umsetzung dieser Projekte kommen unter anderem vom Auswärtigen Amt, und im Rahmen der Partnerschaftsinitiative der Bundesregierung von Städten, Gemeinden sowie größeren und kleineren Unternehmen, Institutionen und Privatpersonen.
Insgesamt waren bislang rund 180 Helfer in der Katastrophenregion im Einsatz. Dabei produzierte das THW Wasser für 157.000 Menschen. Die jetzt angelaufenen Projekte sind auf Nachhaltigkeit ausgerichtet: Krankenhäuser und Schulen werden renoviert, ganze Siedlungen wieder aufgebaut.
Langfristigen Projekte für eine bessere Zukunft
„Mit unseren längerfristigen Projekten auf Sri Lanka und in Indonesien geben wir den Menschen ein Stück Normalität zurück und setzen so auch ein Zeichen der Hoffnung auf eine bessere Zukunft“, sagt THW-Präsident Georg Thiel und unterstreicht damit die Bedeutung der Projektarbeit des THW nach der akuten Soforthilfe.
Um die Dauerhaftigkeit der Hilfe zu gewährleisten, überließ das THW auf den Malediven den lokalen Behörden nach Beendigung des Einsatzes zwei Meerwasserentsalzungsanlagen und vier Stromaggregate. THW-Spezialisten bildeten örtliche Kräfte im Umgang mit den technischen Anlagen aus.
Mittlerweile haben Bewohner die Wartung und Pflege der Anlagen zur Trinkwasseraufbereitung übernommen, mit denen in Zukunft auch in der Trockenzeit die Trinkwasserversorgung der Menschen auf den Fischerinseln sichergestellt werden kann.
Im Süden und Südwesten Sri Lankas realisiert ein Projektteam des THW Wiederaufbauprojekte. In Absprache mit den lokalen Behörden und Vertretern der Regierung wurden bereits Anfang März Wiederaufbaumaßnahmen in der Provinz Galle erschlossen: So beispielsweise im Fischerdorf Thalalla, in der Gemeinde Pradeshiya Shaba bei Matara, das durch die Flutwelle besonders stark zerstört wurde.
In Sri Lanka spülte der Tsunami einen Großteil der kleinen Fischerhütten in Küstennähe weg. Unter der Federführung des THW werden diese zusammen mit den Betroffenen wieder aufgebaut. Des Weiteren wird das Krankenhaus saniert, das während der Akutphase den Menschen als Unterkunft diente.
Darüber hinaus betreut das THW-Projektteam den Neubau einer Siedlung in Ambalangoda. Dort werden 77 Wohnhäuser inklusive Infrastruktur entstehen, die den Familien, die durch die Flutkatastrophe ihr Hab und Gut verloren haben, wieder ein Zuhause geben sollen.
Projektteams des THW betreuen die Wiederaufbaumaßnahmen
In Banda Aceh, Indonesien, ist die Wiederaufbauhilfe ebenfalls angelaufen. Ein sechsköpfiges Projektteam des THW betreut unter anderem die bereits im Januar begonnene Instandsetzung des „General Hospital“. Zudem werden verschiedene Wasserbau- und Brunnenrehabilitierungsprojekte sowie der Wiederaufbau von zwei Schulen, eines Kindergartens und der Stadtverwaltung durchgeführt.
In der Vorbereitung befinden sich zwei weitere Projekte, in denen es vorrangig um die Wiederherstellung der Wasserversorgung auf der Insel Simeulue und dem Wiederaufbau eines ganzen Dorfes geht.
„Die THW-Projekte in Südostasien werden nach dem Motto `Hilfe zur Selbsthilfe´ realisiert. Diese Methode hat sich in der Projektarbeit des THW bewährt und basiert auf jahrelanger Erfahrung. Im Mittelpunkt steht die Einbindung örtlicher Hilfskräfte“ sagt THW-Präsident Thiel zur Struktur der THW-Hilfe.
Der Tsunami, der am 26. Dezember durch ein Erdbeben auf dem Meeresgrund etwa 100 Kilometer vor der Insel Sumatra ausgelöst wurde, erreichte neben Indonesien, Sri Lanka, Indien, Thailand und den Malediven auch die ostafrikanische Küste.
Mehr als 220.000 Menschen aus 50 Staaten fielen der Naturkatastrophe laut den neuesten Medienangaben zum Opfer oder gelten als vermisst. Hunderttausende sind noch ohne Bleibe. Der Tsunami in Süd- und Südostasien gehört zu den schlimmsten Flutkatastrophen der Geschichte.
Quelle: www.THW.de
