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Faszination Helfen: Das THW leistet ehrenamtliche Hilfe seit 55 Jahren

Bonn. Das Technische Hilfswerk blickt auf 55 Jahre ehrenamtliches Engagement zurück. Am 16. September 1950 erhielt Otto Lummitzsch den schriftlichen Auftrag des damaligen Bundesinnenministers Gustav Heinemann, mit der Aufstellung eines zivilen Ordnungsdienstes zu beginnen. Heute ist die Bundesanstalt eine der modernsten Hilfsorganisationen weltweit.


Es war die Zeit der politischen und kulturellen Veränderungen und Neuerungen im Nachkriegseuropa, als sich Heinemann und Lummitzsch am 22. August 1950 in Bonn zu Gesprächen über den Aufbau eines zivilen Schutzinstrumentes in der Bundesrepublik trafen. Im Zivil- und Katastrophenschutz waren zum damaligen Zeitpunkt kaum Strukturen in der neugegründeten Republik vorhanden. Daher bedeutet die mündliche Zusage, die der Bundesinnenminister an jenem Abend gab, eine entscheidende Neuerung im deutschen Zivil- und Katastrophenschutz.


Denn einen Monat später, am 16. September, hielt Lummitzsch den Auftrag Heinemanns in Händen, mit „den Arbeiten für die Aufstellung eines zivilen Ordnungsdienstes“ zu beginnen. Dies war die Geburtsstunde des Technischen Hilfswerks und Lummitzsch wurde der erste Direktor. Seit 1953 ist das THW durch den Errichtungserlass des Bundesinnenministeriums eine Bundesanstalt. In der Epoche des Kalten Krieges und der Teilung Deutschlands auch zur Aufrechterhaltung der „Öffentlichen Sicherheit“ gegründet, hat sich das THW seitdem in vielerlei Hinsicht weiterentwickelt. Von Anfang an gleich geblieben, ist jedoch der eigentliche Leitgedanke der Bundesanstalt: Die humanitäre Idee, die hinter den Einsätzen der ehrenamtlichen Helferinnen und Helfer steht. Der humanitäre Leitgedanke und das ehrenamtliche Engagement trägt das THW nicht nur im Inland sondern auch weit über die Grenzen der Republik und Europas hinaus.


Seit über 50 Jahren ist das THW täglich in Deutschland im Einsatz, um technische Hilfe zu leisten: Von den Unglücken, die in den sechziger Jahren die Nation bewegten, wie das Hochwasser in Hamburg und das Grubenunglück von Lengede, bis zu den Hochwassern an Elbe und Oder zu Beginn des neuen Jahrtausends reicht die kompetente Hilfe der „Blauen Engel“, wie die französische Bevölkerung die Helferinnen und Helfer des THW nach deren Einsatz in Frankreich 1999 taufte. Die Reparaturarbeiten nach der Sturmflut 1953 in den Niederlanden markieren den Beginn der Einsätze des THW im Ausland. Es folgten humanitäre Hilfsleistungen nach Dürreperioden, Bürgerkriegen und Erbeben in Afrika, Europa und Südamerika sowie in Süd- und Südostasien nach der Tsunami-Katastrophe. Derzeit leistet das THW zum ersten Mal in seiner Geschichte in den Vereinigten Staaten technische Hilfe.


Durch die kompetenten, schnellen und uneigennützigen Hilfsmaßnahmen im In- wie im Ausland erbringt das THW einen Beitrag dazu, Not und Unglück zu mindern. Es verwirklicht durch seine Einsätze nach Unglücken und in seinen langfristig angelegten Wiederaufbauprojekten im Namen der Bundesrepublik weltweit humanitäre Hilfe. Dies hat nicht selten, wie nach dem Einsatz des THW in Skopje, Jugoslawien 1963, zur Vertiefung der politischen Beziehungen zwischen den Ländern geführt. Heute ist das THW als international tätige Einsatzorganisation an der weltweiten Verzahnung aller Hilfsorganisationen beteiligt. Als kompetenter Partner kommt dem THW dabei sowohl bei den Vereinten Nationen als auch in der Europäischen Union eine tragende Rolle zu.


In den 55 Jahren seit seiner Gründung hat das THW stets neue Wege beschritten und sich kontinuierlich zu einer der modernsten Hilfsorganisationen weltweit entwickelt, deren Faszination, Menschen in Not zu helfen, sich in der steigenden Zahl der Helfer wiederspiegelt. Diese Wege wurden von vielen Förderern begleitet. Einer dieser Gönner war der damalige Innenminister Hans-Dietrich Genscher, der den Wert des Katastrophenschutzes für die Bevölkerung erkannte und die in den siebziger Jahren beginnende Neuorientierung des THW förderte.


Heute ist das THW bestrebt, sich den verändernden Gefahrenlagen anzupassen und seine Strukturen zu optimieren. Seit 2002 ebnet Dr. Georg Thiel als Präsident der Bundesanstalt den Weg der Modernisierung: „Das THW soll eine der modernsten Einsatzbehörden werden. Ehren- und Hauptamt werden dieses Ziel gemeinsam gestalten. So als ob ein Zahnrad ins andere greift“, sagte Thiel in seiner Antrittsrede. Den Weg der Modernisierung und des Wandels möchte das THW auch in Zukunft weiter beschreiten. Ganz nach dem Ideal des ersten Bundesinnenministers und späteren Bundespräsidenten Gustav Heinemann: „Wer nichts verändern will, wird auch das verlieren, was er bewahren möchte."

Quelle: www.thw.de 


  • Hilfe für die Opfer beim Rheinhochwasser 1955
    Hilfe für die Opfer beim Rheinhochwasser 1955
Erstellt am 17.09.2005 um 12:27 Uhr von JohannesK
Letzte Änderung am 17.09.2005 um 12:51 Uhr von JohannesK

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