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Rückblick 2005: Ein ereignisreiches Jahr für das THW

Bonn. Für das Technischen Hilfswerk (THW) geht am Samstag ein ereignisreiches Jahr zu Ende. Die ehrenamtlichen Einsatzkräfte des THW waren 2005 ununterbrochen im Einsatz: Nach Naturkatastrophen wie in Südostasien, Rumänien, Bayern, den USA, Pakistan und Nordrhein-Westfalen leisteten sie im In- wie im Ausland humanitäre und technische Hilfe. Am Ende dieses bewegten Jahres wurde das Engagement des THW nach schweren Katastrophen mit einer besonderen Auszeichnung gewürdigt: dem BAMBI.
 
Das Seebeben in Süd- und Südostasien leitete am zweiten Weihnachtsfeiertag 2004 eine der größten Tsunami-Katastrophen der Geschichte ein. Rund 200 Helfer des THW waren bislang in den Katastrophengebieten in Thailand, Sri Lanka, Indonesien und auf den Malediven im Einsatz. Das THW gehörte zu den ersten ausländischen Hilfsorganisationen, die nach dem Tsunami humanitäre Hilfe leisteten. Mit Beendigung der Soforthilfe konzentriert sich die Arbeit des THW derzeit auf langfristige Wiederaufbauprojekte, die auch 2006 noch andauern werden und den betroffenen Menschen eine Perspektive für die Zukunft geben.
 
Schwere Regenfälle führten im Mai in Rumänien zu den schlimmsten Überschwemmungen seit 50 Jahren. In dem 600 Quadratkilometer großen Katastrophengebiet um Temesvar sorgten 34 THW-Einsatzkräfte für die Trinkwasserversorgung und setzten einen Tiefbrunnen in Stand.
 

Großeinsätze in Deutschland
 
Rund eine Million Gläubige feierten vom 16. – 21. August gemeinsam den internationalen Weltjugendtag in Köln. 2.000 THW-Helfer aus 218 THW-Ortsverbänden sicherten die Stromversorgung und Beleuchtung auf dem Marienfeld und errichteten im Vorfeld der Veranstaltung über 13 Kilometer Sicherheitszäune, bauten Großzelte mit einer Fläche von jeweils 200 Quadratkilometern auf und stellten Sicherheitstürme für die Beschallung und Beleuchtung am Papsthügel auf. Zusätzlich unterstützte das THW die Sanitätsorganisation und war in die örtliche Gefahrenabwehr von Feuerwehr und Polizei eingebunden. Als in der Nacht vor dem Abschlussgottesdienst die Temperaturen fielen, organisierte das THW kurzfristig Tausende von Decken, um die Pilger auf dem Marienfeld zu versorgen.
 

Nur zwei Tage nach dem Weltjugendtag führten die Hochwasser in der Alpenregion zu Überflutungen vieler Städte und Gemeinden in Bayern. 2.900 Helfer aus 63 THW-Ortsverbänden waren beim größten Inlandseinsatz des THW seit 2002 im Einsatz, um das Hochwasser zu bekämpfen. Schwerpunkte für das THW waren neben der Deichverteidigung mit Sandsäcken an der Donau und der Beleuchtung der Einsatzstellen Pump- und Räumarbeiten, die Verpflegung der Einsatzkräfte, die Unterstützung der Evakuierungsmaßnahmen, das Bergen und Sichern von Hausrat und persönlichem Eigentum sowie das Sichern von Gebäuden und die Verkehrslenkung.
 

Katastrophen in USA und Pakistan

 
Kaum war die Hochwasserlage in Bayern unter Kontrolle, kündigte sich am letzten Augusttag die nächste Katastrophe an. Hurrikan „Katrina“ traf Anfang September mit über 200 Stundenkilometern auf die Südküste der USA, Wirbelsturm „Rita“, ebenfalls ein Hurrikan der Spitzenkategorie 5, folgte nur wenige Tage später. 128 Helfer des THW pumpten rund fünf Millionen Kubikmeter Wasser aus der besonders betroffenen Stadt New Orleans im Bundesstaat Louisiana. Darüber hinaus legte das THW bei seinem ersten Einsatz in den Vereinigten Staaten öffentliche Gebäude, wichtige Verkehrsverbindungen und Pumpstationen wieder frei.
 
 
Während der Einsatz des THW in den USA  noch in vollem Gange war, erschütterte ein Erdbeben der Stärke 7,6 auf der Richterskala Anfang Oktober Südasien. Das Beben in der Region Kaschmir im pakistanisch-indischen Grenzgebiet verwüstete zahlreiche Dörfer und forderte über 80.000 Menschenleben. Das THW-Team der Schnell-Einsatz-Einheit-Bergung-Ausland (SEEBA) half bei der Ortung und Bergung Verschütteter in Muzaffarabad, mit Erfolg: Am vierten Tag nach dem Beben befreiten die Einsatzkräfte des THW eine Frau lebend aus den Trümmern. Nach Beendigung der Search and Rescue Arbeiten versorgten Einsatzkräfte der Schnell-Einsatz-Einheit-Wasserversorgung-Ausland (SEEWA) die Bevölkerung mit Trinkwasser. Mitglieder des THW koordinierten vor Ort Wiederaufbauprojekte und unterstützten die Arbeit des Flüchtlingshilfswerks der Vereinten Nationen (UNHCR) bei der Verteilung von Hilfsgütern.
 

Stromausfall in Nordrhein-Westfalen
 

Der erste heftige Wintereinbruch Ende November führte in Nordrhein-Westfalen zu einem großflächigem Stromausfall. Reihenweise knickten im Münsterland Strommasten um und ließen Ortschaften mehrere Tage ohne Strom. THW-Einsatzkräfte der Fachgruppe Elektroversorgung aus 118 THW-Ortsverbänden versorgten mit über 200 Stromerzeugern wichtige Infrastruktureinrichtungen wie Krankenhäuser und Altenheime mit Strom. Die 600 eingesetzten THW-Kräfte und die Netzersatzanlagen wurden aus dem gesamten Bundesgebiet zusammengezogen.
 

Um jederzeit für Einsätze gerüstet zu sein, nahm das THW in 2005 an verschiedenen Übungen teil. Dabei trainierten die Einsatzkräfte auch mit Katastrophenschutzorganisationen aus anderen Ländern. Gemeinsam mit Organisationen aus 14 Ländern übten THW-Helfer im Juli bei der „EU-Polex 2005“ den Ernstfall nach einem Erdbeben, mit dem „Odersprung 2005“ sollte die grenzübergreifende Zusammenarbeit zwischen den deutschen und polnischen Hilfsorganisationen verbessert werden. Insgesamt 800 Einsatzkräfte nahmen an der international ausgerichteten „Euratech 2005“ im französischen Lyon teil. Weitere wichtige Vorbereitungen für den Katastrophenfall waren die „Pomorski 2005“, die internationale D-A-CH-Übung nahe Genf und die im Dezember durchgeführte „LÜKEX 05“.
 

Wiederaufbauprojekte und Anerkennung des Engagements
 

Neben den Soforthilfeeinsätzen liefen auch in diesem Jahr die langfristigen Wiederaufbauprojekten des THW in Afrika, Afghanistan und dem Kosovo weiter. Die täglichen Einsätze der THW-Helfer nach Bränden oder Unfällen im Inland sollen an dieser Stelle auch nicht unerwähnt bleiben und zeugen von dem breiten Leistungsspektrum der Einsatz- und Katastrophenschutzorganisation des Bundes.
 
Die zahlreichen Aufgaben und Einsätze wurden Anfang Dezember mit einer besonderen Auszeichnung gewürdigt: Drei Helfer des THW erhielten stellvertretend für alle THW-Angehörigen den BAMBI, den wichtigsten deutschen Medienpreis. „Sie waren zur Stelle, als die Natur verrückt spielte und die Not der Menschen am größten war“ sagte Laudator Claus Kleber, Moderator und Redaktionsleiter des heute-journals, und überreichte dem THW das goldene Reh zur Anerkennung des Engagements nach den schweren Naturkatastrophen in Südostasien, USA und Pakistan. 

30.12.2005
THW

    Erstellt am 31.12.2005 um 12:16 Uhr von JohannesK

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